uqbar

Im Frühjahr 2007 eröffneten die Kulturproduzentinnen Dorothee Bienert, Dortje Drechsel, Marina Sorbello und Antje Weitzel in Berlin-Wedding den Projektraum uqbar. Der interdisziplinär ausgerichtete Projektraum zeigt regelmäßig Ausstellungen, sowohl von internationalen als auch Berliner KünstlerInnen, und organisiert Veranstaltungen wie Präsentationen, Seminare, Vorträge, Film- und Videovorführungen und Workshops.

Der Projektraum uqbar ist aus der gemeinsamen Arbeit in dem 2004 gegründeten, gemeinnützigen Verein Uqbar – Gesellschaft für Repräsentationsforschung e.V. –  hervorgegangen. Ziel des Vereins ist die Förderung von Kunst und Kultur der Gegenwart, vor allem die Unterstützung von Projekten, die sich der Erforschung, Förderung und Vermittlung experimenteller, interdisziplinärer künstlerischer und kultureller Praxis und deren Bedingungen im lokalen und internationalen Kontext widmen.

Der Name uqbar ist der Erzählung „Tlön, Uqbar, Orbis Tertius” (1940) des Schriftstellers Jorge Luis Borges (1899-1986) entliehen. In Borges Erzählung ist Uqbar ein Eintrag in einer fiktiven Enzyklopädie über eine Landschaft. Das Wort ist ein Konstrukt, eine Buchstabenkombination ohne Referenz, wie sie Borges häufiger gebraucht, um die Konstruiertheit von Wissen und Bedeutung vorzuführen. Genau diese Problematik der Sinnkonstitution steht im Mittelpunkt der Diskussion um den Begriff der Repräsentation. Repräsentation im weitesten Sinne meint einen Vermittlungsvorgang, der durch Verweisen und Stellvertreten funktioniert, und integraler Bestandteil einer jeden Kunstform ist.