Abb.: Viajero Maldonado, Naomi Hennig, 2018

KÜNSTLERIN
Naomi Hennig

Faust, der geniale Projektemacher und Ingenieur blickt auf sein Lebenswerk: blühende Kulturlandschaften, neu erschaffene Länder, Überseehäfen, eine Handelsflotte, die Waren und Schätze aus fernen Kontinenten bringt. Faust ist der Logistik-King des internationalen Freihandels, Mephisto sein Chef-Ideologe und Handlanger. Ein namenloser Reisender und ein freundliches altes Paar namens Philemon und Baucis sind ihre einzigen Widersacher, die schnell zu Opfern der kapitalistischen Umwälzungen werden.
Welches sind die Geografien dieses mephistophelischen Naturverhältnisses, und wie könnten sich die Klagelieder für Philemon und Baucis in eine Kritik der politischen Ökonomie übersetzen lassen?
Wie lässt sich Faust heute aus der Perspektive einer ökologischen Wachstumskritik (quer-)lesen?