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1979 eröffnete das vom schwedischen Baukonzern SIAB entworfene Centrum Warenhaus am Berliner Ostbahnhof. Seitdem steht auch in ca. 800 Meter Entfernung, an der Straße der Pariser Kommune, ein Pförtner-Pavillon aus Beton, Glas und Metall. Hier, am Beginn eines unterirdischen Warenanlieferungstunnels, kontrollierten Mitarbeiter den stetigen Warenverkehr, der in das Centrum-Gebäude floss. Nach 1990 ging das Centrum Warenhaus in den Hertie-Konzern über. An die Stelle der Pförtner rückte eine Überwachungskamera und der Pavillon, der unweit des Verlagsgebäudes des Neuen Deutschland steht, wurde mit Holzplatten verrammelt und vergessen. Mit dem Auszug der Galeria Kaufhof 2017 endete die Warenhaus-Ära am Ostbahnhof.

Das temporäre Kunst-Projekt CNTRM wird in diesem sieben Quadratmeter großen Häuschen von April bis Oktober 2018 unterteilt in zwölf Kapitel die ortsspezifischen Besonderheiten und Transformationsprozesse seit der Wende, und im Speziellen in der Umgebung der Straße der Pariser Kommune, untersuchen und kommentieren. Gegenwärtig erfährt auch dieser Kiez einen enormen Umgestaltungsdruck durch stadträumliche Entwicklungskonzepte von Immobilienwirtschaft und Investoren.

Mit Kapitel 12 wurde der Pförtner-Pavillon nach über 20 Jahren wieder geöffnet und es beginnt der Prozess der Erneuerung und des Sichtbarwerdens. Die geplante Renovierung wird mit Kapitel 1 im Oktober 2018 abgeschlossen werden und dann den Eindruck vermitteln, wie das Pförtnerhaus vor 40 Jahren ausgesehen hat. Parallel hierzu entwirft CNTRM mit eingeladenen Künstler*innen einen zweiten Handlungsstrang, der als Hauptakt (Kapitel 11 – 2) aus zehn Ausstellungen besteht.

CNTRM ist ein Projekt von Christof Zwiener