Hyperbleed
Aleksandra Cieślewicz, Sarah Friend, Martyna Marciniak, Aistė Stankevičiūtė
Solaris, Urbanstr. 127, 10967 Berlin-Kreuzberg
Hyperbleed ist eine Gruppenausstellung mit Arbeiten aktueller Künstlerinnen aus den Bereichen Skulptur, Druckgrafik, digitale Medien und Video. Die Ausstellung untersucht die Produktion, Verbreitung und Manipulation von Bildern. Die Rolle der Künstler bei der Gestaltung der Realität wurde in jüngster Zeit durch Technologien wie KI in Frage gestellt und neu definiert. Die teilnehmenden Künstlerinnen reagieren auf diesen Wandel mit kritischem Blick und bewegen sich dabei an der Grenze zwischen Fakt und Fiktion.
Martyna Marciniaks Video seziert die Anatomie des „Nicht-Faktischen“ anhand des viralen Bildes des Papstes in einer Balenciaga-Daunenjacke. Die Künstlerin hat die Jacke selbst genäht, wodurch sie Fiktion in die Realität überführt, und analysiert, wie Bildkonstruktion zu einem Instrument politischer Manipulation werden kann. Aistė Marija Stankevičiūtės Skulpturen aus schwarzen Löchern ähneln Realitätsstörungen oder Obsidian-Spiegeln und gewähren Einblicke in andere Welten. Aleksandra Cieślawicz’ Serie, die Wolkenbrecher darstellt, befasst sich mit Erzählungen rund um Wettermodifikation und pseudowissenschaftlichen Bestrebungen, die Natur zu kontrollieren. Sarah Friend untersucht die Ökonomie von Bildern – insbesondere von Frauenbildern –, in der die Grenze zwischen generierten und fotografischen Bildern zunehmend irrelevant erscheint. In einer Serie von KI-generierten Aktbildern, die von ihren „Kunstsammlern“ in Auftrag gegeben wurden, setzt sie sich mit Automatisierung, Werteschöpfung und dem Begriff des „Sich-selbst-verkaufens“ als Künstlerin auseinander.
Solaris
Solaris ist ein Projektraum und eine Werkstatt, die von einem Künstlerkollektiv betrieben wird, das sich mit neuen Medien beschäftigt. Es handelt sich um einen kleinen, aber vielseitigen Raum, in dem Treffen, Filmvorführungen und Ausstellungen stattfinden. Benannt nach dem Roman von Stanisław Lem, ist Solaris ein Ort, an dem wir unsere Beziehung zur übermenschlichen Welt erforschen können
Solaris schätzt die interkulturelle Szene und die feministische Denkweise Berlins. Der Raum wurde 2020 gegründet und dient als Plattform für Gemeinschaft, Experimente und die Entwicklung progressiver Projekte. Eines der Hauptziele von Solaris ist es, eine Gemeinschaft von Freunden zu bewahren und ein einladender und offener Raum zu sein. Solaris fördert einen praxisorientierten Ansatz, bietet einen Rahmen für unabhängige kulturelle Produktionen und unterstützt den Austausch zwischen den Künstler*innen.
Gegründet: 2020