Jollof Rice Festival
Tejan Lamboi, David Osaodion Odiase
Kuratiert von hn. lyonga mit BARAZANI.berlin
Barazani, Spreeufer 6, 10178 Berlin-Mitte
Das Jollof-Reis-Festival ist ein vielseitiges Festival, das die Kultur, Geschichte und die aktuellen Lebensrealitäten Westafrikas in Berlin sichtbar macht. Im Mittelpunkt steht Jollof-Reis, ein Gericht, das weit mehr ist als nur Essen. Jollof ist ein Identitätsmerkmal, ein kulturelles Symbol und ein emotionaler Bezugspunkt für viele Menschen aus Westafrika und der afrikanischen Diaspora. Dieses Festival vereint Essen, kritische Reflexion und gelebte Teilhabe.
Indem es Jollof-Reis jenseits von Rivalitätsnarrativen neu kontextualisiert, hebt es ihn als lebendiges Archiv von Migration, kolonialen Verflechtungen und gemeinsamen westafrikanischen Geschichten hervor. Kochen wird zur Performance, Teilen zur räumlichen Praxis und Essen zu einer kollektiven Geste des Erinnerns, der Neugestaltung und der Konfliktlösung. Das Programm besteht aus Reisernte, Gemüsevorbereitung, Live-Kochen, Musik und kurzen Diskussionen über Identität, Othering und koloniale Kontinuitäten. Die Teilnehmenden sind eingeladen, sich aktiv an den verschiedenen Phasen des Prozesses zu beteiligen: Gemüse vorbereiten, Reis ernten und gemeinsam kochen, um aus erster Hand Erfahrungen mit jedem Schritt und seiner symbolischen Bedeutung in einem gemeinschaftlichen Kontext zu sammeln. Dabei lernen wir, wie wir Nachbarn werden und wie wir einander gegenseitig wahrnehmen können. Beim gemeinsamen Essen wird dieser Schritt zu einer Notwendigkeit, die uns hilft, eine Beziehung zueinander aufzubauen. Bitte bringt Zeit mit, um Teil dieser gemeinsamen Erfahrung zu sein.
Als eigenständige Initiative findet das Jollof Rice Festival im Rahmen des Project Space Festivals als eintägige performative Intervention statt und verwandelt den Raum in einen Ort der sinnlichen Erfahrung, des politischen Austauschs und des kollektiven Werdens.
BARAZANI.berlin
BARAZANI.berlin ist ein interdisziplinäres Kollektiv, das sich mit dekolonialen Themen und Praktiken auseinandersetzt. Es besteht seit September 2020; seitdem haben wir unseren Projektraum SPREEUFER 6 im Nikolaiviertel, gegenüber dem Humboldt-Forum.
Das Wort „barazani“ stammt aus dem Swahili und beschreibt ein Forum für regelmäßig stattfindende, informelle, nachbarschaftliche und offene Diskussionen. Wir möchten einen solchen Raum im SPREEUFER schaffen.
Unsere künstlerische Praxis ist in der dekolonialen Arbeit verwurzelt. Durch Installationen, kollektive und wechselseitige Choreografien versuchen wir, koloniale Ideen zu dekonstruieren. Wir suchen nach einem ehrlichen und angemessenen Weg, die generationenübergreifenden Traumata anzugehen, die Kolonialismus und Imperialismus bis heute verursachen. Wir schließen uns dem Ruf nach einer neuen Beziehungsethik an – nach Gerechtigkeit und Respekt, nach symbolischer und materieller Wiedergutmachung.
BARAZANI.berlin veranstaltet Ausstellungen, Performances, Filmvorführungen, Workshops, Buchvorstellungen, Konzerte, Führungen, Diskussionen und gemeinsame Mahlzeiten. Verschiedene dekoloniale (Künstler-)Gruppen, Gemeinschaften und Aktivist*innen nutzen den Raum für Treffen, zum Kochen und für Produktionen.
Gegründet: 2020