Sensitive Machines
Marlen Pflüger, Eva Weibel, Caterina Gobbi
Spoiler Aktionsraum, Birkenstraße 1, 10559 Berlin-Moabit
Sensitive Machines ist eine Performance im Spannungsfeld von Technologie, Macht und Geschlecht. Sie erforscht die Interaktion zwischen Körper und Handwerksmaschine mit Bewegung, Sound und Stimme. Die Grenzen zwischen produktiver Tätigkeit und performativem Akt verschwimmen: Bohren, Schleifen und Sägen werden zu Choreografie, Intimität und Kritik. Mit der Absicht, Konzepte der Funktionalität und Produktivität neu zu denken, fragen sich die Künstlerinnen: Was bedeutet funktionale Bewegung, und wo überschneidet sie sich mit Begehren, Lust oder Zerstörung? Im Zusammenspiel von Performerinnen und Maschinen werden Maschinen als spekulative Körpererweiterungen lesbar. Es entsteht eine Cyborg-Science-Fiction-Welt, in der sowohl Körper und Sexualität als auch Arbeit und Technologie neu verhandelt werden.
Durch Liveaufnahmen und Verzerrung von Maschinengeräuschen erzeugt die Soundkünstlerin Caterina Gobbi einen Klangraum, die die Grenze zwischen menschlichen und maschinellen Rhythmen verschwimmen lässt. Den Zuschauer*innen werden imaginative Räume eröffnet, in denen sie die Maschinen in ungewohnten Kontexten erleben können.
Die Performance stellt stereotypische Bilder von Arbeit in Frage, zerlegt die patriarchale Aufladung von Technik und entwickelt neue Narrative über Mensch-Maschine-Intimität: Maschinen werden zu Tanzpartnern, Gegenspielern und Körpererweiterungen. Durch eine humorvolle Herangehensweise finden die Performerinnen neue Zugänge und Interpretationen der Maschinenwelt. Die Arbeit entsteht in enger Kollaboration zwischen Marlen Pflüger (Choreografie, Performance), Eva Weibel (Co-Choreografie, Performance) und Caterina Gobbi (Sound).
Spoiler Aktionsraum
Spoiler schafft kurzfristige und kollaborative Möglichkeiten für Gruppenausstellungen, Interventionen und Performances von Künstler*innen aus der unabhängigen Szene. Dazu erschließt und schafft Spoiler temporäre Orte in der Stadt und stellt sie für die Kunstproduktion und die Öffentlichkeit zur vorübergehenden Nutzung zur Verfügung. Von 2019 bis 2024 war ein ehemaliges Autohaus sein fester Standort, bis es abgerissen wurde. Seit 2025 ist es eine ehemalige Autowerkstatt in Berlin-Moabit. Spoiler versteht sich als Plattform für junge Künstler und Projekte, die anderswo keinen Platz finden. Das Programm basiert weitgehend auf Einreichungen und Vorschlägen aus der Independent-Szene – Impulse von außen werden aufgegriffen und gemeinsam umgesetzt.Spoiler wird von einer Gruppe von sechs Kuratoren geleitet und von der Senatsverwaltung für Kultur und Sozialen Zusammenhalt gefördert.
Gegründet: 2019